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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll mit Taiwan vollständig zusammenarbeiten

Während sich die Coronavirus-Epidemie rasch auf der ganzen Welt ausbreitet, gelingt es Taiwan, die Ausbreitung drastisch einzudämmen; auf einer Insel die kaum größer ist als Belgien und von mehr als 23 Millionen Einwohnern bewohnt wird. Trotz seiner engen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit dem nahe gelegenen China hatte Taiwan am 22. März 2020 195 Fälle und zwei Todesfälle zu verzeichnen, womit die Zahl der Infektionen und Todesfälle in der Bevölkerung viel geringer war als in der übrigen Welt.

Allerdings ist das Land nach wie vor von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgeschlossen. 

Die taiwanesische Regierung alarmierte bereits am 31. Dezember 2019 die WHO sowohl über das Auftauchen des Virus, als auch und vor allem über die Möglichkeit einer Übertragung von Mensch zu Mensch. 

Die taiwanesischen Behörden waren in der Lage, die Epidemie vorherzusagen und sich mit entsprechenden gesundheits- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen darauf vorzubereiten. Während viele Länder im Zuge der Epidemie Ausgangssperren verhängen mussten, war es in Taiwan möglich, den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Alltag weitergehend aufrechtzuerhalten: Universitäten und Schulen bleiben geöffnet; die Unternehmen arbeiten weiter und alle Geschäfte sind geöffnet; die Bewegungsfreiheit der Menschen ist nicht eingeschränkt. 

Nach dem Bekanntwerden des ersten Krankheitsfalls des Coronavirus auf der Insel am 23. Januar setzte Taiwan unverzüglich seinen Epidemie-Krisenmanagement-Mechanismus im Gang, um die Ausbreitung des Virus zu bekämpfen. Dieses System wurde nach den traumatischen Erfahrungen mit SARS auf der Insel im Jahr 2003 entwickelt und implementiert. 

Bereits am 24. Januar wurden weitreichende und strenge Maßnahmen beschlossen und implementiert, die in anderen Ländern erst mit großer Zeitverzögerung eingeführt wurden. Die Ausfuhr von Schutzmasken wurde unter staatliche Kontrolle gestellt. Rückkehrer aus China wurden bei der Einreise besonders kontrolliert; diejenigen, die aus den größten Risikogebieten einreisten, wurden für 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Der Gesundheitszustand jeder Person, die nach Taiwan einreist wird genau überprüft und für einige Zeit nach der Einreise weiterverfolgt. Das Gesundheitspersonal in Taiwan wurde aufgefordert, das Land nicht zu verlassen. Nach Auf Anregung der Behörden konnte die Produktion von Schutzmasken innerhalb eines Monats vervierfacht werden, so dass der Bevölkerung heute 13 Millionen Masken pro Tag zur Verfügung stehen.  

Der zentrale Epidemie-Krisenstab steht im Zentrum des Seuchenbekämpfungs-mechanismus und ist in seiner Art und Organisation weltweit einzigartig. Alle mit der Bekämpfung der Epidemie zusammenhängenden Entscheidungen werden zentral in diesem, dem Gesundheitsministerium zugeordneten Krisenstab koordiniert, seien es Fragen der Ausfuhrkontrolle, der Gesundheitsversorgung oder des öffentlichen Lebens von Wirtschaft, Schule und Verkehr. Diese Zentralisierung erweist sich als entscheidend für die effektive Bekämpfung der Epidemie.  

Das Gesundheitssystem in Taiwan hat gezeigt, wie schnell es in der Lage ist, umfassend auf das Infektionsrisiko zu reagieren: Die Regierung hat Reisende und die Bevölkerung sofort auf die Ansteckungsgefahr hingewiesen. Die infizierten Fälle wurden im großen Umfang zurückverfolgt, in die Quarantäne gestellt, und intensiv betreut. Verschiedene Distanzierungsmaßnahmen wurden eingeleitet. Schutzmasken und hydro-alkoholische Produkte wurden rechtzeitig in großer Menge hergestellt, bereitgestellt und effektiv an die Bürgerinnen und Bürger verteilt. Taiwanesische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kooperieren mit ihren Partnern weltweit in der Forschung zum Virus, beispielsweise in der Entwicklung von Corona-Schnelltests, die innerhalb von 15 Minuten ein zuverlässiges Ergebnis liefern.    

Eine umfassende Informationspolitik der Behörden spielt eine wichtige Rolle bei der Sensibilisierung der Öffentlichkeit, was dazu beiträgt, die Verbreitung falscher Informationen und Gerüchte, die Panik auslösen könnten, zu verhindern.

In der aktuellen Krise stellt Taiwan seine hohe Kompetenz in der medizinischen Forschung und Prävention sowie die Qualität seines Gesundheitssystems unter Beweis, welches weltweit auf Platz 9 liegt (jährliche Bloomberg-Rangliste der Effizienz im Gesundheitswesen für 2018). Taiwan ist ein wichtiger und unverzichtbarer Akteur im globalen Gesundheitswesen. Dennoch wurde dem Land die Teilnahme an der nächsten Jahrestagung der WHO verwehrt, die vom 17. bis 21. Mai in Genf stattfinden wird.

Taiwan von diesem wichtigen internationalen Treffen auszusperren, insbesondere in der aktuellen Krisensituation, die wir gerade weltweit erleben, ist daher ein fahrlässiger Fehler, der sich zum Nachteil der globalen Gesundheitsfürsorge, wie auch derjenigen von Taiwan auswirkt. Denn Viren machen nicht an Ländergrenzen halt, wie uns diese Pandemie deutlich zeigt. 

Taiwan verdient es, an allen Aktivitäten der WHO teilzunehmen, damit es zur Stärkung der globalen Gesundheitssysteme beitragen kann – was ein Hauptziel der “Ziele für nachhaltige Entwicklung” der UNO ist – und nun ganz besonders, um die Ausbreitung des Coronavirus (COVID19) zu bekämpfen.   

Wir, Bürgerinnen und Bürger, Beschäftigte im Gesundheitswesen, Abgeordnete sowie Forscherinnen und Forscher aus allen Bereichen, fordern, dass die WHO ihrer primären Berufung treu bleibt – nämlich die Gesundheit ALLER Menschen auf globaler Ebene zu schützen – und sich jeder politischen und diplomatischen Manipulation enthält, die diesem Prinzip zuwiderläuft.

Die WHO braucht Taiwan, so wie Taiwan die WHO braucht.

Deshalb fordern wir die Weltgesundheitsorganisation dringend auf, dass sie in Bezug auf die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitsbereich Taiwan erlaubt, an ihrer nächsten Vollversammlung, an ihren anderen Tagungen und im weiteren Sinne an allen ihren Aktivitäten teilzunehmen.

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One reply on “Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll mit Taiwan vollständig zusammenarbeiten”

I support the initiative because it is good for WHO and the world that Taiwan becomes a full member of WHO.